Seit zwei Jahren existiert die Notfallapotheke Süssbach – ein Angebot, das bei der Bevölkerung gut ankommt.

 

 
Verletzungen, Krankheiten oder andere gesundheitliche Beeinträchtigungen nehmen weder Rücksicht auf den Wochentag noch auf die Uhrzeit. Blöd, wenn man am Sonntag an einer Grippe erkrankt und keine Medikamente hat. In diesen Momenten schaffen Apotheken Abhilfe, die Notfalldienst leisten müssen.
Einen solchen bieten die Apotheker aus der Region in der Süssbach-Apotheke im Medizinischen Zentrum in Brugg an, geführt von Verwalterin Danielle Basler. Sechs Apotheken haben sich vor gut zwei Jahren dazu entschlossen, gemeinsam eine Notfallapotheke zu betreiben. Es sind dies die Apotheke und Drogerie Kuhn, die Apotheke Tschupp, die TopPharm Apotheke am Lindenplatz, die Vindonissa Apotheke, die Apotheke Schinznach sowie die Apotheke und Drogerie Birrfeld.

Ein ungewöhnliches Konzept, sind doch diese Apotheken eigentlich Konkurrenten. «Wir sind froh, dass wir uns zu diesem Schritt entschlossen und diese Investitionen gemacht haben», sagt heute Rolf Krähenbühl als Vertreter aller beteiligten Apotheker. Am 5. Januar 2013 ging die Notfallapotheke in Betrieb. Die Apotheker zogen bisher ein positives Fazit.

Nächtliche Anrufe nicht selten

Die Bevölkerung schätze die niederschwellige und gut erreichbare Anlaufstelle, welche sich an 365 Tagen im Jahr am selben Ort befindet. Im Schnitt gibt es wöchentlich 15 bis 25 Anrufe mitten in der Nacht.
Die Notfälle, mit denen die Apotheker zu tun haben, sind vielfältig: von einfachen Verletzungen über die «Pille danach» bis zu akuten Erkrankungen. Oder es kommen Kunden vorbei, denen ein notwendiges Medikament ausgegangen ist. Krähenbühl ergänzt: «Viele vermissen im Medizinischen Zentrum einen ärztlichen Notfalldienst. Auch darum kommen dann viele zu uns in die Apotheke.» Das Angebot der Apotheke werde mittlerweile so gut genutzt wie an einem verkaufsoffenen Sonntag.
Aber: «Es gibt immer noch einige, die unser Angebot nicht kennen. Vor allem Personen, die in die ärztliche Notfallpraxis in Baden oder Aarau gehen und ein Rezept erhalten, kommen selten zu uns», bedauert Krähenbühl. Das wollen sie ändern. Mit dem abgedruckten Nachtdienstkalender in der Presse; Hoffnung setzt man aber auch in die Mundpropaganda.
Die Beschilderung des Weges zur Notfallapotheke passt ihnen ebenfalls noch nicht. Das Anliegen, die Beschilderung zu verbessern, sei von der Stadtverwaltung noch nicht aufgenommen worden. «Dabei sind wir darauf angewiesen, dass Ortsunkundige den Weg zu uns ohne langes Suchen finden können.»Verbessern möchten die Apotheker zudem die Umsatzzahlen im Tagesbetrieb.
Denn die Apothekerinnen und Apotheker, die den Notfall betreuen, arbeiten noch ohne Lohn. «Wir hoffen, bald einmal so viel Profit machen zu können, dass wir für den Notfalldienst nicht mehr gratis arbeiten müssen», so Krähenbühl.

Aargauer Zeitung, 30. Januar 2015
 
Ihre Apotheke im Gesundheitszentrum Brugg.