Das Undenkbare denken

 

Rolt Krähenbühls Begrüssungsworte lösen Gedanken aus

 
Die Apotheke Süssbach - integriert in das Gesundheitszentrum Brugg - garantiert einen reibungslosen Notfalldienst während 365 Tagen im Jahr. Das ist schön. Wirklich einzigartig ist aber das Geschäftsmodel, das dahintersteht.

Die Apotheke Süssbach ist nun offiziell eröffnet. Mit einer Vernissage wurde das bemerkenswerte Datum gefeiert. Und bemerkenswert ist es in der Tat, dass sechs eigenständige Apotheken aus unserer Region sich zusammenschliessen, um im Interesse der Öffentlichkeit gemeinsam einen verlässlichen, einwandfrei funktionierenden Notfalldienst aufzuziehen. Üblicherweise erwartet man in solchen Situationen einen harten Konkurrenzkampf, bei dem jeder und jede nur das eigene Gärtchen pflegen will. Ganz anders in diesem Falle. «Wir begannen, das Undenkbare zu denken», sagte Rolf Krähenbühl anlässlich der offiziellen Eröffnung, «eine gemeinsame Lösung im Interesse aller: der einzelnen Apotheken, der Qualität, des Gesundheitszentrums Brugg und der Bedürfnisse der Bevölkerung.» Innert erstaunlich kurzer Zeit gelang es, die juristischen Formalitäten zu erledigen, ein Bauprojekt auszuarbeiten, das die bestehenden Möglichkeiten des ehemaligen Spitalgebäudes mit einbezieht und optimal nutzt, die Bauarbeiten voranzutreiben und die personellen und infrastrukturellen Erfordernisse der neuen Apotheke zu stemmen. All dies war nur realisierbar, weil zwischen den verschiedenen Apotheken bereits vorher ein grundsätzliches Vertrauensverhältnis bestand, das sich zum Beispiel bei gemeinsamem Erfahrungsaustausch manifestiert.
Krähenbühl schloss seine Grussworte mit einem Seitenblick auf die Politik, als er sagte: «Für die Stadt Brugg und die Region kann unsere Erfolgsstory vielleicht gar als Vorbild dienen: Denken von Undenkbarem und machen von Unmachbarem - das ist und bleibt eine lohnende Herausforderung!» Er verdeutlichte nicht, worauf er damit anspielte. - Das war aber auch nicht nötig.

Miteinander·geht’s besser
Mit spürbarer Genugtuung ging Norbert Walker vom Architekturbüro Walker Architekten AG in aller Kürze auf die Planungs- und Bauphase ein. Er hob den reibungslosen Bauprozess hervor und würdigte dabei die Leistung der verantwortlichen Architektin Verena Hartmann aus Villnachern. Die ganzen Arbeiten hatten gerade mal 31/2 Monate beansprucht.
Schliesslich ging die Schinznacher Apothekerin Martina Sigg noch einmal auf die enge Zusammenarbeit der Apotheken in der Region Brugg ein. «Nachdem wir das Undenkbare gedacht haben, waren wir bereit, uns gegenseitig zu öffnen.» Und sie erklärte: «Wir haben gegenseitig Einblick in unsere Lagerbestände und können so unsere Lieferbereitschaft noch erhöhen.» Doch die Zusammenarbeit geht noch einen grossen Schritt weiter: «Sofern der Patient sein Einverständnis gibt, können wir von hier aus auf sein Dossier in einer Partnerapotheke zugreifen und überprüfen, was er schon gehabt hat und Interaktionen prüfen.» Auch hier fehlte ein politischer Hinweis nicht: „Im Zeitalter, wo die Schweiz sich auf den Weg von e-health begibt - echt schweizerisch mit vielen Wenn und Aber - haben wir uns für. eine pragmatische Lösung entschieden.“
Sigg schloss ihre Ausführungen mit einem grundsätzlichen Gedanken: «Wir haben sehr gute Beziehungen untereinander, zu der Ärzteschaft, zur Politik, sind offen für Neues und überzeugt von unserer Idee, dass miteinander alles viel einfacher geht.»

GA, 28. Februar 2013
 

Ihre Apotheke im Gesundheitszentrum Brugg.